Demokratische Republik Kongo: Perspektiven für Strassenkinder in Kinshasa

In der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa, leben viele Kinder auf der Strasse. Der Staat überlässt diese jungen Menschen ihrem Schicksal und tut nichts, um ihr Los zu lindern. Diese Situation wollen die Situation nicht hinnehmen. Und dafür führen sie seit 1995 das Centre Monseigneur Munzihirwa (CMM), wo die Kinder psychologische Unter­stützung, punktuelle Nothilfe und Begleitung bei der Reintegration in Fami­lien, Schule oder Berufsbildung erhalten.

Perspektiven für Strassenkinder

Ort:
Kinshasa, Demokratische Republik Kongo

Partner:
Centre Monseigneur Munzihirwa (CMM) Fr. Olivier Monseigneur Munzihirwa SJ (Direktor CMM)

Zielgruppe:

Strassenkinder in Kinshasa im Alter von 5 bis 17 Jahren. Spezielle Beachtung erhalten junge Frauen im Alter von 14 bis 17 Jahren und Jugendliche, die selbst Kinder haben (Strassenfamilien).

So hilft Ihre Spende:

Ihre Spende ermöglicht es dem CMM Strassenkindern die nötigsten Grundbedürfnisse zu geben, zum Beispiel Nahrungsmittel oder Hygieneartikel. Es ermöglicht dem Center auch, Psychologen und Sozialarbeiter anzustellen, welche die Kinder betreuen und sie auf ihrem Weg unterstützen. Mit ihrer Spende kann das CMM die Schulgebühren von Strassenkindern übernehmen und ihnen Lernmaterial zur Verfügung stellen, was ihnen bei der Reintegration in die Schule oder in eine Berufsausbildung hilft und ihnen eine stabile Zukunft sichert. 

Prekäre Verhältnisse in Kinshasa

Die Demokratische Republik Kongo erlangte 1960 die Un­ab­hängig­keit von der belgischen Kolonialherrschaft. Darunter leidet das Land noch heute, aber auch unter der einheimischen politischen Führung danach, denn diese kümmert sich kaum um das Wohl der Bevölkerung und macht zu wenig, um die grossen Herausforderungen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu bewältigen. Nebst allen leidet das Land unter Krieg und blutigen Konflikten. 1997 gab es einen politischen Umsturz, gefolgt von einem Bürgerkrieg, der als schwerste kriegerische Auseinandersetzung seit dem Vietnamkrieg gilt. Und dieser Konflikt flackert bis heute immer wieder auf, vor allem im Osten des Landes. Das Land ist trotz riesigen Rohstoffvorkommen eines der ärmsten der Welt. Die Hauptstadt Kinshasa liegt im Westen des Landes und ist mit 17 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die grösste Stadt Afrikas. Die Menschen in Kinshasa sind sehr jung, das Durchschnittsalter liegt bei 17 Jahren. Ihnen fehlen die Perspektiven für ein menschenwürdiges Leben. Die meisten haben keine gute Schulbildung oder Arbeitsmöglichkeiten. Und viele landen auf der Strasse, wo sie Gewalt erleben und auf sich allein gestellt um ihr Überleben kämpfen. Von der Gesellschaft werden sie ausgestossen und entwickeln negative Gefühle gegenüber ihren Eltern, dem Staat und der Gesellschaft. Der Staat hat keine Programme, um diese Kinder von der Strasse zu holen oder ihnen anderweitig zu helfen. Auffangsstationen und Unter­stützung kommen ausschliesslich von privater Seite oder von karitativen Organisationen.

Das Centre Monseigneur Munzihirwa

Die Jesuiten sind in der Provinz Zentralafrika (Demokratische Republik Kongo und Angola) sehr präsent. In Kinshasa führen sie seit 1995 das Centre Monseigneur Munzihirwa (CMM). Dort arbeiten sie mit Strassenkindern und betreiben als niederschwellige Anlaufstelle ein offenes Zentrum im Norden der Stadt. Es gibt auch ein Haus, wo sie temporäre Unterkunft finden und in Notlagen Nahrungsmittel, Kleider und Hygieneartikel. Sie erhalten auch Zugang zu regelmässiger psychologischer Unter­stützung. Das CMM versucht auch, die Kinder in ihre Fami­lien zu reintegrieren. Sie werden in diesem Prozess unterstützt und begleitet. Zudem erhalten die Strassen-kinder Unter­stützung bei der Rückkehr in die Schule oder eine Berufsbildung.

Reintegration

Das Team von CMM geht auf Strassenkinder im Alter von 5 bis 17 Jahren zu. Sie unterstützen die Kinder im Alltag und kontaktieren die Fami­lien. Die Fami­liensituation und die Gründe für das Leben auf der Strasse werden sorgfältig analysiert und es wird zwischen der Familie und den Strassenkindern vermittelt. Wenn eine Vermittlung nicht möglich oder eine Reintegration in die Familie nicht sicher ist, werden Pflegefamilien organisiert. Die Fami­lien sind in Selbsthilfegruppen organisiert und unterstützen sich gegenseitig in diesem Prozess. Auch nach der Reintegration werden die Kinder durch CMM begleitet und unterstützt.

Neben der Fami­lienreintegration bemüht sich das CMM um eine Reintegration in die Schule oder in eine Berufstätigkeit, je nach Alter der Kinder und Jugendlichen. Jüngere Kinder werden beim Wiedereinstieg in den Schulalltag unterstützt. Es gibt Alphabetisierungskurse, Auffrischungskurse, Hausaufgabenbegleitung und psychologische Unter­stützung. Das CMM übernimmt auch Schulgebühren und versorgt die Kinder mit Schreib- und Lernmaterial. Ältere Kinder erhalten eine Berufsausbildung im Cogelos Vocational Training Center oder werden beim Erhalten einer Lehrstelle unterstützt. Die Jugendlichen erarbeiten sich eine Berufsausbildung in Kunsthandwerk, Schreinerei, Montage und Schweissen, Motorradmechanik oder Nähen. Das CMM hat auch Kontakte mit Unternehmen und lokalen Handwerkern. Das macht es möglich, die Jugendlichen in der Ausbildung, bei der Suche nach einer Arbeitsstelle zu unterstützen oder bei der Gründung einer eigenen Werkstatt.

Eine Erfolgsgeschichte

Eine der Personen, die vom Centre Monseigneur Munzihirwa unterstützt wurde, ist Perpétue Madika. Sie ist 17 Jahre alt und wurde nach dem Tod ihres Vaters zu ihrer Tante nach Kinshasa geschickt. Im Haushalt der Tante wurde sie misshandelt, worauf sie Zuflucht im Centre Monseigneur Munzihirwa suchte. «Die Ausbilder und die anderen Mädchen sind für mich wie eine zweite Familie geworden. Sie haben mich moralisch unterstützt und mich ermutigt, trotz der Schwierig­keiten, die ich durchgemacht hatte, an mich zu glauben.» Im Zentrum lernte sie schneidern und nähen, und sie konnte ein Netzwerk aufbauen, das sie auf ihrem Weg weiterhilft. Nach der Ausbildung bekam sie eine Nähmaschine, die für sie zu einem Symbol ihres Erfolgs geworden ist. Heute arbeitet sie als Näherin und kann mit dem Einkommen nicht nur ihre eigene Existenz sichern, sondern auch ihrer Mutter im Dorf unter die Arme greifen.

Mit Ihrer Unter­stützung ermöglichen Sie dem Centre Monseigneur Munzihirwa, weiteren Menschen wie Perpétue zu helfen und ihnen eine Zukunft zu sichern.

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