– Jesuit Worldwide Learning
Wenn Sprache Türen öffnet
In einer Zeit, in der weltweit mehr als 117 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen sind, eröffnet Bildung Perspektiven auf Zugehörigkeit, Selbstvertrauen und eine bessere Zukunft. Das Erlernen der englischen Sprache kann dabei ein wichtiger erster Schritt sein. Unser Partner Jesuit Worldwide Learning (JWL) setzt seit zehn Jahren genau an diesem Punkt an. Anlässlich des Weltflüchtlingstags vom 20. Juni veröffentlicht JWL gemeinsam mit Cambridge University Press & Assessment einen neuen Bericht über die Wirkung des Programms Global English Language (GEL), an dem seit 2017 rund 32’000 Studierende in mehr als 30 Ländern teilgenommen haben.
Geschichten, die zählen
Hinter diesen Zahlen stehen Menschen wie Panique. Auf der Flucht vor Gewalt musste er alles zurücklassen: seine Familie, sein Dorf, seine Ausbildung. Er fand sich schliesslich in Kakuma in Kenia wieder. Im Lager begegnete er Menschen aus Rwanda, dem Sudan, Somalia, Äthiopien und vielen anderen Ländern. Ohne gemeinsame Sprache war es schwierig, Missverständnisse zu klären, Beziehungen aufzubauen und den Alltag zu bewältigen. Das GEL-Programm öffnete ihm neue Wege: «Ich glaube, Englisch kann Menschen helfen zu heilen und Traumata zu überwinden. Indem man teilt, was man erlebt hat, können Menschen füreinander da sein.» Heute studiert Panique im Fernstudium und engagiert sich ehrenamtlich für eine von Geflüchteten geführte Organisation, die Bildung im Lager fördert.
Sarah lebt ebenfalls in Kakuma. Wie viele Geflüchtete hatte sie bei der Flucht keine Zeit, wichtige Dokumente mitzunehmen. Ohne Zeugnisse gestaltete sich der Wiedereinstieg in die Ausbildung schwierig, bis sie ihre Unterlagen schliesslich digital bei der ugandischen Prüfungsbehörde abrufen konnte. Als alleinerziehende Mutter zweier Kinder kämpfte sie auch gegen gesellschaftliche Erwartungen: «Bei uns gilt: Eine Mutter gehört nach Hause zu den Kindern. Aber um mir ein besseres Leben aufzubauen, musste ich beides vereinbaren.» Heute ist sie eine von zwei Frauen, die das GEL-Programm in Kakuma leiten, und koordiniert dessen Ausweitung auf weitere Schulen im Lager.
Dalwaz aus Sinjar im Nordirak war sechs Jahre alt, als der IS ihre Gemeinschaft angriff. Ihre Familie floh in die Sindjar-Berge. Als Jugendliche begann sie, Englisch auf eigene Faust zu lernen, mit Musik und YouTube-Videos, bevor sie durch eine Freundin auf das GEL-Programm aufmerksam wurde. «Ich erinnere mich an den Moment, als ich meine Gedanken teilen wollte, es aber nicht konnte. Ich hatte das Gefühl, eine Stimme zu haben, sie aber nicht benutzen zu können.» Heute besucht Dalwaz Kurse auf B2-Niveau und träumt davon, mit einem Stipendium im Ausland zu studieren: «Ich möchte zeigen, dass man auch in schwierigen Zeiten Hoffnung und Träume haben kann.»
Den vollständigen Bericht (auf Englisch) finden Sie auf www.jwl.org.
Unterstützung für JWL
Hochwertige Bildung in Krisengebieten und Flüchtlingslagern zu ermöglichen: Das ist das Ziel von Jesuit Worldwide Learning. Vom Sprachkurs bis zum Hochschulabschluss geben die Programme in mehr als 30 Ländern, vom Nordirak bis nach Amazonien, Menschen Perspektive und Selbstvertrauen.
Bildung schenkt Zukunft. Unterstützen Sie junge Menschen in den Krisenregionen der Welt.



