– Indien
Jesu Ashram – Wo Würde keine Ausnahme ist
Indien steht weiterhin vor grossen Herausforderungen im Gesundheitsbereich. Trotz Fortschritten beim Ausbau der medizinischen Versorgung trägt das Land laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch immer die weltweit höchste Tuberkuloselast: 25 Prozent aller geschätzten Tuberkulosefälle weltweit werden in Indien gemeldet.
Besonders betroffen sind Menschen, die in Armut leben und nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Unterernährung, beengte Wohnverhältnisse und verspätete Diagnosen begünstigen dabei schwere Krankheitsverläufe.
Auch Lepra bleibt in Indien ein relevantes Gesundheitsproblem. Das Land gehört weiterhin zu den Staaten mit den meisten neu registrierten Leprafällen weltweit. 2024 war Indien eines der drei Länder mit mehr als 10’000 neu gemeldeten Fällen. Neben der medizinischen Belastung leiden Betroffene häufig unter sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung. Vor allem in ländlichen Regionen erschweren Armut, mangelnde Gesundheitsinfrastruktur und weite Wege zu medizinischen Einrichtungen den Zugang zu einer rechtzeitigen Behandlung.
Zugang zu medizinischer Versorgung und Menschenwürde
Das Jesu Ashram wurde 1971 von dem kanadischen Jesuiten Bob Mittleholtz SJ in Siliguri gegründet. Bis heute finden hier vor allem Menschen Hilfe, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben: Angehörige indigener Gemeinschaften, Familien aus den wirtschaftlich benachteiligten Teegartenregionen Nordostindiens sowie obdachlose und von der Gesellschaft ausgegrenzte Menschen.
«Viele Menschen kommen zu uns, wenn sie medizinisch, sozial und menschlich schon fast aufgegeben wurden. Im Jesu Ashram wollen wir ihnen nicht nur eine Behandlung ermöglichen, sondern ihnen auch ihre Würde zurückgeben», erklärt Pater Shiju Mathew SJ, Direktor des Jesu Ashram.
Zugang zu medizinischer Versorgung und Menschenwürde

Das Jesu Ashram wurde 1971 von dem kanadischen Jesuiten Bob Mittleholtz SJ in Siliguri gegründet. Bis heute finden hier vor allem Menschen Hilfe, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben: Angehörige indigener Gemeinschaften, Familien aus den wirtschaftlich benachteiligten Teegartenregionen Nordostindiens sowie obdachlose und von der Gesellschaft ausgegrenzte Menschen.
«Viele Menschen kommen zu uns, wenn sie medizinisch, sozial und menschlich schon fast aufgegeben wurden. Im Jesu Ashram wollen wir ihnen nicht nur eine Behandlung ermöglichen, sondern ihnen auch ihre Würde zurückgeben», erklärt Pater Shiju Mathew SJ, Direktor des Jesu Ashram.
Kampf gegen Lepra und Tuberkulose
Als Bikash Xalxo ins Jesu Ashram kam, war er schwer von Lepra gezeichnet. Der 45-jährige Familienvater aus dem Bezirk Jalpaiguri litt unter schweren Wunden an beiden Füssen und hatte nach unzureichender Behandlung kaum noch Hoffnung. Im Jesu Ashram erhielt der Teepflücker medizinische Versorgung, nahrhafte Mahlzeiten und einen geschützten Ort, um wieder gesund zu werden. Sein Zustand verbesserte sich deutlich, und nicht nur körperlich: «Auch Mut und Zuversicht sind zurückgekehrt», sagt er.
Im Mittelpunkt des Jesu Ashram stehen die Tuberkulose-Abteilung, die Lepra-Abteilung und die Allgemeinstation, in der auch Menschen mit HIV/AIDS und anderen chronischen Erkrankungen versorgt werden. In allen Bereichen gilt derselbe Grundsatz: Behandlung endet nicht bei der Diagnose. «Heilung braucht Medikamente, Nahrung, Unterkunft und Menschen, die den Kranken mit Respekt begegnen», betont Pater Mathew.
Ein Ort der Prävention

Die Hilfe des Jesu Ashram reicht weit über das eigene Gelände hinaus. Mit regelmässigen Gesundheitscamps und Aufklärungsprogrammen in den Dörfern rund um Siliguri werden Menschen erreicht, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Information oder Versorgung haben. Diese Einsätze helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Wenn Menschen wie Bikash Xalxo wieder Hoffnung schöpfen, zeigt sich, was die Arbeit des Jesu Ashram bewirkt: Sie lindert nicht nur Krankheit. Sie gibt Würde zurück und eröffnet Zukunftsperspektiven.
