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 – Nothilfe Venezuela

Schwere Erdbeben erschüttern Venezuela

Venezuela wurde von zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschüttert, und das innerhalb von nur 39 Sekunden. Die Beben zählen zu den stärksten, die das Land seit mehr als einem Jahrhundert erlebt hat. Auch Schulen der Jesuiten in Caracas sind von den Zerstörungen betroffen. Die Jesuiten und ihre Projektpartner sind bereits im Einsatz, um betroffenen Fami­lien und Gemeinden Halt, Hoffnung und konkrete Hilfe zu geben.

Am Mittwoch um 18:04 Uhr Ortszeit bebte die Erde rund 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten Venezuelas. Nur Sekunden später folgte ein zweites, noch stärkeres Beben in der Nähe, diesmal in nur zehn Kilometern Tiefe. Gerade diese Oberflächennähe macht das zweite Beben so verheerend: Je flacher das Hypozentrum, desto grösser die Zerstörungskraft an der Oberfläche.

Besonders betroffen sind nach ersten Einschätzungen die dicht besiedelten Regionen im Zentrum und Norden des Landes, darunter Caracas, La Guaira, Miranda, Carabobo und Aragua. In den nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben zusammen mehr als 400’000 Menschen. Die Bilder aus beiden Städten sind erschütternd: eingestürzte Gebäude, zerstörte Strassen, ein geschlossener Flughafen, eine stillgelegte U-Bahn. Rettungskräfte suchen weiterhin nach Überlebenden unter den Trümmern, während anhaltende Nachbeben die Arbeit zusätzlich erschweren. Die US-Geologiebehörde USGS schätzt die mögliche Zahl der Todesopfer auf 10’000 bis 100’000 Menschen.

Besonders tragisch: Die Erschütterungen trafen Venezuela an einem nationalen Feiertag. Viele Menschen waren zu Hause bei ihren Fami­lien, als die Erde bebte. Auch aus Caracas, mehr als 150 Kilometer vom Epizentrum entfernt, kamen erste erschreckende Berichte. Die Millionenmetropole, die zuletzt 1967 von einem schweren Erdbeben getroffen wurde, erlebte erneut Momente der Panik, als Menschen fluchtartig die Strassen füllten.

Verbunden mit den Menschen vor Ort

Unsere Schwesterorganisation jesuitenweltweit Österreich steht in engem Kontakt mit den Jesuiten vor Ort. Katrin Morales, Ge­schäfts­führerin von jesuitenweltweit Österreich, berichtet: «Mit P. Alfredo Infante SJ, dem Provinzial der Jesuiten in Venezuela, bin ich seit heute Früh in ständigem Kontakt. Die Jesuiten sind derzeit dabei, die Lage zu evaluieren und zu prüfen, wie konkret geholfen werden kann. Die Schulen der Jesuiten in Caracas sind von Zerstörungen betroffen. Auch die Schule Jesús Obrero in einem Armenviertel von Caracas, neben der ich selbst einige Jahre gelebt und in der Jugendarbeit mitgewirkt habe, wurde beschädigt»

Aktueller Stand 10.07.2026

Fast drei Wochen nach den Erdbeben kämpft Venezuela weiterhin mit den verheerenden Folgen: Mindestens 4’490 Menschen kamen ums Leben, rund 16’740 wurden verletzt und fast 18’000 haben ihr Zuhause verloren.

Katrin Morales, Ge­schäfts­führerin von jesuitenweltweit Österreich, war vergangene Woche vor Ort. In Caracas berichtet sie: «Rund 160 Freiwillige sortieren, verpacken und versenden täglich Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente. Es ist eindrücklich, mit wie viel Solidarität die Menschen hier füreinander einstehen.» In La Guaira, einer der am schwersten betroffenen Regionen, war die Lage noch drastischer: «Die Situation ist unvorstellbar. Besonders erschütternd ist die Situation an einer Partnerschule in der Region: Dort kamen 25 Kinder ums Leben, viele weitere werden noch vermisst.

Aktueller Stand 02.07.2026

Die Lage in Venezuela bleibt ernst. Mehr als 2’200 Menschen kamen ums Leben, über 11’000 wurden verletzt und rund 13’000 sind obdachlos. In Caracas haben jesuitische Einrichtungen Hilfs- und Sammelstellen eingerichtet, mehr als 500 Freiwillige sind im Einsatz. Für die jesuitische Gemeinschaft besonders schmerzhaft: An der Jesuitenschule Jesús Obrero kamen zwei Lehrkräfte, vier Schülerinnen und Schüler sowie sieben weitere Angehörige der Schulgemeinschaft ums Leben.

Aktueller Stand 29.06.2026

Mehrere Tage nach den schweren Erdbeben wächst das Ausmass der Katastrophe weiter. Mehr als 1’400 Menschen kamen ums Leben, über 3’000 wurden verletzt, und rund 50’000 Menschen gelten noch als vermisst oder konnten bislang nicht erreicht werden. Tausende Fami­lien haben ihr Zuhause verloren. Besonders schwer betroffen ist der Küstenstaat La Guaira, wo ganze Strassenzüge zerstört wurden. Auch zehn jesuitische Gemeinschaften, mehrere Kirchen sowie Schulen des Bildungsnetzwerks Fe y Alegría wurden beschädigt.

Jesuitische Netzwerke, darunter die venezolanische Jesuitenprovinz, der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) und Fe y Alegría, bündeln ihre Kräfte und stimmen ihre Hilfsmassnahmen eng aufeinander ab. Der Provinzial der Jesuiten in Venezuela, P. Alfredo Infante SJ, ruft zur Solidarität auf: «Die Wunden unseres Volkes sind auch unsere Wunden. Gerade jetzt gewinnt unser gemeinsamer Auftrag neue Bedeutung: In allem lieben und dienen.»

Als Teil des internationalen Xavier Network unterstützen wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen die Nothilfe vor Ort. Die Partner leisten Nothilfe in Form von Unterkünften, Hilfsgütern des täglichen Bedarfs und psychosozialer Begleitung für Betroffene und ihre Fami­lien. Ihre Spende hilft, dass diese Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Jesuiten leisten Nothilfe (Aktueller Stand 26.06.2026)

Aus der venezolanischen Provinz der Jesuiten gibt es die Nachricht, dass alle Jesuiten wohlauf sind. P. Infante befand sich während der Beben in Puerto Ayacucho im Rahmen eines apostolischen Besuchs zum Amazonas-Projekt der Kirche und der Gesellschaft Jesu. Sogar dort war das Beben zu spüren, nach bisherigen Informationen jedoch ohne grössere Folgen.

Noch am Tag nach den Beben hat P. Infante eine Online-Krisensitzung einberufen, um erste Schadensmeldungen zusammenzuführen, eine gemeinsame Antwort zu entwickeln und eine Lagezentrale für die weitere Koordination einzurichten. Die Provinz koordiniert die Hilfe in enger Zusammenarbeit mit der venezolanischen Ordenskonferenz CONVER, der Ortskirche und internationalen Partnern. Auch das Xavier Network, das internationale Netzwerk jesuitischer Hilfswerke, wird die Massnahmen unterstützen.

Schutzräume werden jetzt überlebenswichtig

Schon vor dem Erdbeben war der Alltag vieler Fami­lien in Venezuela von grossen wirtschaftlichen und sozialen Schwierig­keiten geprägt. Armut, unsichere Versorgung, steigende Preise, Strom- und Wasserausfälle sowie fehlender Zugang zu Gesund­heits­ver­sorgung prägten vielerorts den Alltag. In Stadtteilen wie La Vega oder Catuche schaffen die Jesuiten, Fe y Alegría und ihre Partner seit Jahren Orte, an denen Menschen Hilfe, Bildung, Begleitung und Gemeinschaft finden.

Diese Schutzräume werden nun noch wichtiger. Kinder und Jugendliche, alte Menschen, kranke Personen und Fami­lien ohne stabiles Einkommen sind besonders gefährdet. Viele haben nicht nur Angehörige, Freunde oder ihr Zuhause verloren, sondern auch Sicherheit, Orientierung und Hoffnung. Neben Nothilfe braucht es deshalb psychosoziale Begleitung.

Bilder: © Entreculturas und ©Juan Guinand

Jetzt zählt jede Hilfe

Die Hilfe der Jesuiten konzentriert sich zunächst auf die dringendsten Bedürfnisse: vorübergehende Unterkünfte für Fami­lien, die alles verloren haben, Trinkwasser und lebensnotwendige Hilfsgüter, Betreuung und Schutz für besonders gefährdete Menschen sowie psychologische Unter­stützung für alle, die das Erdbeben hautnah erlebt haben.

Jeder Beitrag macht einen Unterschied.

Danke für Ihre Solidarität mit den Menschen in Venezuela.

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