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Fe y Alegría Paraguay: Bildungsarbeit in Gefängnissen

Mit Ihrer Spende geben Sie den benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen in Paraguay die Chance für einen Neuanfang nach ihrem Gefängnisaufenthalt.

Bildung im Strafvollzug

Ort:
Paraguay

Partner:
Fe y Alegría Paraguay

Zielgruppe:

Jugendliche und Erwachsene im Strafvollzug.

So hilft Ihre Spende:

Mit Ihrer Spende kann Fe y Alegría die Lehrpersonen finanzieren, neues Lernmaterial gestalten und drucken, sowie Material und Verpflegung für die verschiedenen Kurse bereitstellen.

Fe y Alegría Paraguay: Bildung im Strafvollzug

Fe y Alegría (die internationale soziale Bildungsbewegung der Jesuiten) setzt sich ein für hochwertige Volksbildung, die den Aufbau gerechter und demokratischer Sozialsysteme sowie einen sorgfältigen Umgang mit der Natur fördert.
Ihre Frühförderungsprogramme, Schulen, Hochschulen, Erwachsenenbildungs- und Kulturzentren, Stipendien sowie initiative Kleinstunternehmen zeugen von sozialer Gerechtig­keit und verstärken die Solidarität unter den Menschen. Die Bewegung ist in 22 Ländern Latein­amerikas, Afrikas und Europas sowie seit 2021 in Nepal aktiv.
1991, zwei Jahre nach Ende der Diktatur, konnte Fe y Alegría auch in Paraguay gegründet werden. Seither setzen sich die Jesuiten, in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Fami­lien sowie dem Bildungsministerium, für die Bildung der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein, die da leben, wo die asphaltierten Strassen enden. Heute sind es 42 Bildungszentren in 11 Departementen, deren 649 Angestellte rund 10 000 Begünstigte – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – fördern und begleiten.

Bildung für ein besseres Leben

Das Bildungssystem in Paraguay weist grosse Lücken auf. Während die reichste Bevölkerungsschicht die Schule durchschnittlich 10,8 Jahre besucht, sind es bei der ärmsten nur noch 5,8 Jahre. Indigene besuchen die Schule durchschnittlich nur während knapp drei Jahren. Die liegt auch daran, dass die Unterrichtsinhalte an staatlichen Schulen nicht auf die jeweilige Kultur und Sprache abgestimmt sind. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation enden schlecht ausgebildete Jugendliche oft in der Kriminalität und schon früh im Gefängnis. Ein Leben im Gefängnis bedeutet Gewalt und Entbehrung. 1996 gab es 11 Haftanstalten im Land, heute sind es 18, alle davon überbelegt. Einige übersteigen ihre Kapazitäten um das Dreifache. In den Gefängniszellen fehlen grundlegende Ausstattungen für Hygiene, Ernährung ist sehr mangelhaft. Die Inhaftierten leiden unter Demütigungen und physischen und psychischen Misshandlungen. Da es auch an staatlichen Wiedereingliederungsprogrammen fehlt, verkommen Gefängnisse zu eigentlichen Schulen der Kriminalität.

Es ist notwendig, die Lebensbedingungen der Personen, denen die Freiheit entzogen wurde, zu verbessern und Möglichkeiten der Wiedereingliederung anzubieten. Bereits Alphabetisierungskurse und der Zugang zu Grund- und weiterführender Bildung können die Chancen einer Person verbessern. Denn damit erhält sie Voraussetzungen, sich nach der Entlassung eine bessere Zukunft aufzubauen. Die Gefahr, dass jemand direkt wieder in die Kriminalität abgleitet, ist weniger gross.

Angebot von Fe y Alegría

«Jeder hat seine Fähigkeiten. Es ist mein Job, diese Fähigkeiten sichtbar zu machen.»

Fe y Alegría bietet Bildungskurse in sechs Haftanstalten im ganzen Land. In neun Modulen können die Inhaftierten ihre Grundschulbildung aufholen. Fe y Alegría hat das Lehrmaterial zusammengestellt, jedes Modul wird von einem Lehrbuch begleitet. Alle Materialien sind in Spanisch und Guaraní vorhanden. Dies ist sehr wichtig, denn Paraguay ist eines der wenigen Ländern in Südamerika, in dem über 80 Prozent der Bevölkerung Guaraní als Muttersprache haben und nicht Spanisch.

«Wir lernen wieder wie kleine Kinder. In diesem Kurs konnte ich das Schreiben und Lesen wieder neu erlernen. Unsere Lebenserfahrung hilft dabei sehr. Wir können das Gelernte direkt in Praxisbeispielen umsetzen.»

Weiter bietet Fe y Alegría verschiedene Berufsbildungskurse an. Die Inhaftierten können Grundlagen in Buchhaltung, Elektrik, Betriebswirtschaft und als Promotoren für Gesundheit und Soziales lernen. In den Gefängnissen bilden sich Lerngruppen, geführt von einer inhaftierten Person, die Kenntnisse der Kursinhalte hat. Die Inhaftierten unterstützen sich so gegenseitig. Einmal pro Woche besucht eine ausgebildete Fachperson als Lehrkraft jedes Gefängnis, klärt offene Fragen der Lerngruppen und unterstützt die inhaftierte Lehrperson bei der täglichen Begleitung.

«Als Lehrperson geht es mir darum, das Denken zu stärken und eine Kultur der Neugierde aufzubauen. Alle haben Potenzial. Wir alle sind mit grossen Problemen konfrontiert. Aber das Programm von Fe y Alegría gibt uns Hoffnung. Wir hören die Stimmen von Personen, die im Freien nicht gehört werden. Ich glaube an meine Schüler und wir alle sind überzeugt, dass wir irgendwann als bessere Menschen mit guten Zukunftsaussichten aus dem Gefängnis kommen werden.»

«Kunst ist die beste Therapie». Luis (Name geändert) hat im Gefängnis das Malen gelernt und gemeinsam mit seinem Mentor hat er die inneren Gefängnismauern im Bildungstrakt bemalt. Diese farbigen Wände machen einen grossen Unterschied für den Gemütszustand, gegenüber den kalten Betonwänden und fördern die soziale Reintegration der Inhaftierten zusätzlich. Er ist dankbar für die Unter­stützung von Fe y Alegría, die ihm Farben und Leinwände ermöglicht.

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