– Naher Osten
Nothilfe im Nahen Osten – Schutzräume inmitten eskalierender Gewalt
Vor zwei Wochen waren unsere Geschäftsführerin Manuela Balett und Projektleiterin Judith Behnen noch beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) in Beirut zu Besuch. Sie konnten persönlich erfahren, wie die Jesuiten und ihre freiwilligen Mitarbeitenden in der Kirche, in der Pfarrei, in Schulen und Nachbarschaftszentren Orte der Begegnung und Unterstützung schaffen. Orte, die Halt geben in einem Land, das seit Jahren von Krisen geprägt ist.
Von den Menschen vor Ort hörten sie immer wieder: «Hier werde ich gesehen und gehört. Hier darf ich ohne Angst sein.»
Die Angst kehrt zurück
Diese Worte klingen heute besonders nach. Denn die Spannungen im Nahen Osten sind erneut eskaliert. Die Bomben fallen wieder. Militärische Angriffe und Gegenschläge in mehreren Ländern der Region haben eine neue Phase der Unsicherheit ausgelöst. Tausende Menschen geraten zwischen die Fronten und müssen ihr Zuhause oder ihre provisorischen Unterkünfte verlassen.
Für viele ist es nicht die erste Flucht. Jahre von wirtschaftlicher Krise, politischer Instabilität und Krieg haben tiefe Spuren hinterlassen. Die neue Eskalation reisst alte Wunden auf und verschärft die Not. Die Angst kehrt zurück.
Persönliches Anliegen
Der Besuch im Libanon liegt erst kurze Zeit zurück. Die Begegnungen und die Gesichter sind noch präsent. Gerade deshalb ist es uns ein persönliches Anliegen, dass die Schutzräume offen bleiben und die Menschen in dieser erneuten Krise begleitet und unterstützt werden.
Pater Daniel Corrou SJ, der Leiter des JRS im Nahen Osten, schreibt uns: «Die Menschen im Libanon haben in den letzten Jahren traumatisches erlebt. Viele haben uns heute gesagt, dass ihre Erschöpfung jetzt einfach zu gross ist. Keiner von uns kann das allein bewältigen. »
Aktuelle Entwicklungen 19.06.2026 – Wir bleiben.
Die Lage im Libanon hat sich in den letzten Wochen erneut verschärft. Zwischen dem 5. und 8. Juni lösten mehrere neue Evakuierungsanordnungen, darunter nach einem Luftangriff auf die südlichen Vororte Beiruts, weitere Fluchtbewegungen aus. Mittlerweile sind über 134’000 Menschen als intern Vertriebene registriert, viele weitere leben in provisorischen Zelten oder bei Gastfamilien. Die Gemeinschaftsunterkünfte in Beirut, Tyrus und Saida sind bereits vollständig belegt.
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) betreibt weiterhin eine Notunterkunft für vertriebene Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die kaum Zugang zu staatlichen Schutzräumen haben. Rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner sind Kinder. Neben einem sicheren Schlafplatz erhalten die Menschen dort psychosoziale Begleitung, medizinische Versorgung, Rechtsberatung sowie warme Mahlzeiten und das Nötigste für den Alltag. Gleichzeitig verteilt der JRS in über 40 Gemeinschaftsunterkünften in der Bekaa-Ebene, in Baalbek-Hermel sowie rund um Beirut Lebensmittel und Hygieneartikel an betroffene Familien. Diese Präsenz vor Ort macht es möglich, gezielt dort zu helfen, wo die Not am grössten ist.
Aktuelle Entwicklungen 23.04.2026
Trotz des am 16. April verkündeten Waffenstillstands bleibt die Lage angespannt, unübersichtlich und von Gewalt geprägt. Die Regierung rät geflüchteten Menschen weiterhin von einer Rückkehr in ihre Herkunftsorte ab. Entsprechend setzt der Jesuiten Flüchtlingsdienst (JRS) seine Nothilfe unverändert fort.
Die folgenden drei Videos geben Einblick in den Einsatz vor Ort und zeigen, wie Patres und Mitarbeitende konkrete Unterstützung für die betroffenen Menschen leisten.
- Lebanon Emergency 2026: Wie unterstützt der JRS geflüchtete Familien?
Aktuelle Bilder aus der Notunterkunft in der St.-Joseph-Kirche, in der rund 200 vertriebene Migrantinnen und Migranten untergebracht wurden und Unterstützung erhalten.
- Wie reagiert der JRS auf die wachsenden humanitären Herausforderungen?
Elssy, stellvertretende Leiterin der Unterkunft von Jesuit Refugee Service (JRS), berichtet, wie JRS auf die anhaltende Krise reagiert, indem sie vertriebenen Familien sicheren Schutz und Unterstützung bieten.
- Nahostkrise: Der JRS reagiert
Pater Dan Corrou SJ, Direktor von Jesuit Refugee Service MENA, berichtet, wie der JRS im Libanon reagiert.
30.03.2026 – Aktuelle Entwicklungen
Die Lage im Libanon bleibt angespannt, und viele Menschen mussten in den letzten Wochen erneut fliehen. Viele haben ihre Häuser überstürzt verlassen und leben nun in provisorischen Unterkünften, überfüllten Gemeinschaftsunterkünften oder bei Bekannten. Oft fehlt es an Zugang zu Nahrung, Hygieneartikeln und anderen grundlegenden Dingen des täglichen Lebens.
In der Jesuitenkirche St. Joseph in Beirut finden weiterhin zahlreiche Menschen Zuflucht. Darunter sind auch viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die keinen Zugang zu staatlicher Unterstützung haben. Für viele ist dieser Ort weit mehr als eine Notunterkunft.
Ein Beispiel dafür ist Zahraa: Schon während der Gewalt 2024 brachte sie ihr jüngstes Kind zur Welt, nachdem sie beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) Schutz gefunden hatte. Jetzt, da die Gewalt erneut eskaliert, ist sie an denselben Ort zurückgekehrt. Für sie und viele andere ist die Kirche ein Ort, an dem sie Schutz, Fürsorge und für einen Moment Stabilität finden, gerade weil ihnen oft ein familiäres oder soziales Netz fehlt.
Der Jesuit Refugee Service passt seine Unterstützung laufend an. Neben der Verteilung von Hilfsgütern werden psychosoziale Begleitung, medizinische Versorgung und Bildungsangebote weitergeführt, um die Menschen weiterhin zu begleiten. Aktuelle Informationen des JRS finden Sie hier.
Herzlichen Dank für Ihre Spende!

Jesuiten weltweit Schweiz hat sofort CHF 100‘000 für die Nothilfe im Libanon zur Verfügung gestellt.
Wir bitten Sie von Herzen um Ihre Spende, damit wir gemeinsam helfen können.
Geben wir die Hoffnung auf Frieden nicht auf.





