– Naher Osten

Nothilfe im Nahen Osten – Schutzräume inmitten eskalierender Gewalt

Vor zwei Wochen waren unsere Ge­schäfts­führerin Manuela Balett und Projektleiterin Judith Behnen noch beim Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) in Beirut zu Besuch. Sie konnten persönlich erfahren, wie die Jesuiten und ihre freiwilligen Mitarbeitenden in der Kirche, in der Pfarrei, in Schulen und Nachbarschaftszentren Orte der Begegnung und Unter­stützung schaffen. Orte, die Halt geben in einem Land, das seit Jahren von Krisen geprägt ist. 

Von den Menschen vor Ort hörten sie immer wieder: «Hier werde ich gesehen und gehört. Hier darf ich ohne Angst sein.»

Die Angst kehrt zurück 

Diese Worte klingen heute besonders nach. Denn die Spannungen im Nahen Osten sind erneut eskaliert. Die Bomben fallen wieder. Militärische Angriffe und Gegenschläge in mehreren Ländern der Region haben eine neue Phase der Unsicherheit ausgelöst. Tausende Menschen geraten zwischen die Fronten und müssen ihr Zuhause oder ihre provisorischen Unterkünfte verlassen. 

Für viele ist es nicht die erste Flucht. Jahre von wirtschaftlicher Krise, politischer Instabilität und Krieg haben tiefe Spuren hinterlassen. Die neue Eskalation reisst alte Wunden auf und verschärft die Not. Die Angst kehrt zurück.

Persönliches Anliegen 

Der Besuch im Libanon liegt erst kurze Zeit zurück. Die Begegnungen und die Gesichter sind noch präsent. Gerade deshalb ist es uns ein persönliches Anliegen, dass die Schutzräume offen bleiben und die Menschen in dieser erneuten Krise begleitet und unterstützt werden. 

Pater Daniel Corrou  SJ, der Leiter des JRS im Nahen Osten, schreibt uns: «Die Menschen im Libanon haben in den letzten Jahren traumatisches erlebt. Viele haben uns heute gesagt, dass ihre Erschöpfung jetzt einfach zu gross ist. Keiner von uns kann das allein bewältigen. » 

30.03.2026 – Aktuelle Entwicklungen

Die Lage im Libanon bleibt angespannt, und viele Menschen mussten in den letzten Wochen erneut fliehen. Viele haben ihre Häuser überstürzt verlassen und leben nun in provisorischen Unterkünften, überfüllten Gemeinschaftsunterkünften oder bei Bekannten. Oft fehlt es an Zugang zu Nahrung, Hygieneartikeln und anderen grundlegenden Dingen des täglichen Lebens.

In der Jesuitenkirche St. Joseph in Beirut finden weiterhin zahlreiche Menschen Zuflucht. Darunter sind auch viele Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die keinen Zugang zu staatlicher Unter­stützung haben. Für viele ist dieser Ort weit mehr als eine Notunterkunft.

Ein Beispiel dafür ist Zahraa: Schon während der Gewalt 2024 brachte sie ihr jüngstes Kind zur Welt, nachdem sie beim Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) Schutz gefunden hatte. Jetzt, da die Gewalt erneut eskaliert, ist sie an denselben Ort zurück­gekehrt. Für sie und viele andere ist die Kirche ein Ort, an dem sie Schutz, Fürsorge und für einen Moment Stabilität finden, gerade weil ihnen oft ein familiäres oder soziales Netz fehlt.

Der Jesuit Refugee Service passt seine Unter­stützung laufend an. Neben der Verteilung von Hilfsgütern werden psychosoziale Begleitung, medizinische Versorgung und Bildungsangebote weitergeführt, um die Menschen weiterhin zu begleiten. Aktuelle Informationen des JRS finden Sie hier.

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