– JRS Kolumbien
Erdbeben in Kolumbien: Jesuitische Partner leisten Nothilfe
Nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens sind die Folgen für die Bevölkerung verheerend. Jesuitische Partner sind seit Jahrzehnten in den betroffenen Regionen verwurzelt und leisten nun Nothilfe, insbesondere in Buenaventura und im schwer zugänglichen Chocó.
Am Montagmorgen, 10. August 2026, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,4 den Westen und das Zentrum Kolumbiens. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departement Chocó. Das Beben war in weiten Teilen des Landes zu spüren und richtete schwere Schäden an. Medienberichten zufolge kamen mindestens 265 Menschen ums Leben (Stand 13. August), mehr als 900 wurden verletzt, rund 60 Gebäude stürzten ein und etwa 1’500 Häuser wurden beschädigt. Da die Rettungsarbeiten noch andauern, ist mit steigenden Opferzahlen zu rechnen.
Das internationale Xavier Netzwerk der jesuitischen Hilfsorganisationen hat sich einen ersten Überblick über die Lage verschafft und bereitet mögliche Unterstützung vor. Die Konferenz der Jesuitenprovinziäle von Lateinamerika und der Karibik (CPAL), die lokale Jesuitenprovinz und das Netzwerk Red Claver haben bereits einen internen Notruf gestartet. Jesuitische Partner sind seit Jahrzehnten in Chocó, Buenaventura und Risaralda präsent und klären derzeit ab, wo humanitäre Hilfe am dringendsten benötigt wird.
JRS leistet Nothilfe in Buenaventura
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS konzentriert seine Nothilfe auf Buenaventura und unterstützt dort Menschen, die durch das Erdbeben ihre Unterkunft verloren haben. Zu den dringendsten Bedürfnissen gehören sichere Unterkünfte, sauberes Wasser und Lebensmittel. Daneben ist psychosoziale Unterstützung ein wichtiger Bestandteil der Hilfe, denn das Erdbeben und seine Folgen bedeuten für viele Betroffene eine enorme psychische Belastung.
Besonders schwierig ist die Situation in den ländlichen Gebieten von Chocó. Viele Gemeinden sind kaum erreichbar, weshalb staatliche Hilfe dort voraussichtlich verzögert ankommen wird. Die jesuitischen Partner planen deshalb, besonders gefährdete Familien beim Wiederaufbau ihrer beschädigten Häuser zu unterstützen.
Dank ihrer langjährigen Arbeit mit ländlichen Gemeinschaften, intern Vertriebenen und verletzlichen Familien verfügen die Partner vor Ort über enge Beziehungen zu den betroffenen Gemeinden. So können sie nicht nur unmittelbar auf die dringendsten Bedürfnisse reagieren, sondern die Menschen auch längerfristig beim Wiederaufbau begleiten.
