Westafrika: Indigenes Wissen für eine nachhaltige Zukunft

Das Kongobecken beherbergt den zweitgrössten tropischen Regenwald der Erde. Doch Abholzung, Klima­wandel und der Verlust traditionellen Wissens gefährden dieses einzigartige Ökosystem. Mit dem neuen Arrupe Centre for Integral Ecology in Brazzaville setzen sich die Jesuiten für den Schutz der Natur und die Bewahrung des ökologischen Wissens indigener Gemeinschaften ein. Jesuiten weltweit Schweiz unterstützt den Aufbau des Zentrums und seine ersten Projekte.

Arrupe Center for Integral Ecology

Ort:
Brazzaville, Republik Kngo

Partner:
Jesuiten in der Provinz Westafrika

Zielgruppe:

Indigene Gemeinschaften (Aka, Baka, Mbendjele); Jugendliche und junge Erwachsene in Brazzaville.

So hilft Ihre Spende

Mit insgesamt CHF 180’000 unterstützen Jesuiten weltweit Schweiz und Jesuiten weltweit Deutschland das Arrupe Centre for Integral Ecology während einer dreijährigen Pilotphase. Die Mittel ermöglichen den Aufbau des Zentrums, die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften im Norden der Republik Kongo sowie die Dokumentation und Weitergabe traditionellen ökologischen Wissens. Mit Bildungsangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene in Brazzaville soll zudem das Bewusstsein für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gestärkt werden.

Das Kongobecken – ein gefährdetes Ökosystem

Das Kongobecken erstreckt sich über mehrere Länder Zentralafrikas und beherbergt den zweitgrössten tropischen Regenwald der Erde. Die ausgedehnten Waldgebiete und das Flusssystem des Kongo bilden eine wichtige Lebensgrundlage für Millionen von Menschen. Gleichzeitig spielt das Ökosystem eine zentrale Rolle für die Artenvielfalt, den Wasserhaushalt und das Klima der Region.

Doch der Regenwald steht zunehmend unter Druck. Abholzung, Klima­wandel und die nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen gefährden das ökologische Gleichgewicht. Besonders betroffen sind ländliche und indigene Gemeinschaften, deren Lebensgrundlagen eng mit dem Wald verbunden sind. Neben den ökologischen Herausforderungen sind sie häufig mit Ernährungsunsicherheit sowie rechtlicher und kultureller Diskriminierung konfrontiert.

Gleichzeitig geht insbesondere in städtischen Gebieten das Wissen über die Natur und ihre nachhaltige Nutzung zunehmend verloren. Viele junge Menschen wachsen ohne einen direkten Bezug zu den traditionellen Lebensweisen und ökologischen Kenntnissen ihrer Herkunftsgemeinschaften auf.

Traditionelles Wissen als Grundlage für den Naturschutz

Im Norden der Republik Kongo, insbesondere im Departement Sangha, leben indigene Gemeinschaften wie die Aka, Baka und Mbendjele. Über Generationen haben sie umfangreiches Wissen über die Wälder, die heimische Pflanzenwelt, die Land­wirt­schaft und den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen entwickelt.

Dieses Wissen ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil ihrer kulturellen Identität, sondern auch von grosser Bedeutung für den Schutz des Regenwaldes. Angesichts zunehmender Umweltzerstörung und gesellschaftlicher Veränderungen besteht jedoch die Gefahr, dass wertvolle Kenntnisse verloren gehen.

Hier setzt das neue Arrupe Centre for Integral Ecology der Jesuiten in Brazzaville an. Das Zentrum möchte traditionelles ökologisches Wissen gemeinsam mit den lokalen Gemeinschaften bewahren, dokumentieren und für kommende Generationen zugänglich machen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur gestärkt werden.

Ein Ökologie-Zentrum verbindet Wissen und Bildung

Das Arrupe Centre for Integral Ecology verfolgt einen gemeinschaftsorientierten Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, die Anerkennung ihres Wissens und ihre aktive Beteiligung an der Gestaltung des Projekts.

In einer ersten Phase arbeitet das Zentrum mit den Gemeinschaften Aka, Baka und Mbendjele im Departement Sangha zusammen. Ihr traditionelles Wissen über Natur, Ökologie und Land­wirt­schaft soll systematisch dokumentiert und in einer Datenbank für Forschende und weitere Interessierte zugänglich gemacht werden.

Dabei sollen die Gemeinschaften selbst mitentscheiden, welche Kenntnisse erfasst und veröffentlicht werden und wie diese genutzt werden dürfen. Mitglieder der beteiligten Gemeinschaften sollen auch im Vorstand des neuen Zentrums vertreten sein und dessen Arbeit mitgestalten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Umweltbildung in Brazzaville. Das gesammelte Wissen soll als Grundlage für Schulungen und Bildungsangebote dienen, die Jugendliche und junge Erwachsene für ökologische Themen sensibilisieren. So möchte das Zentrum eine Verbindung zwischen dem traditionellen Wissen der ländlichen Bevölkerung und der jungen Generation in der Stadt schaffen.

Langfristig soll das Zentrum dazu beitragen, das ökologische Bewusstsein zu stärken, die Widerstandsfähigkeit ländlicher Gemeinschaften zu fördern und den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zu unterstützen.

Jesuiten weltweit unterstützt den Aufbau des Zentrums

Jesuiten weltweit Schweiz unterstützt gemeinsam mit Jesuiten weltweit Deutschland den Aufbau des Arrupe Centre for Integral Ecology in Brazzaville mit CHF 180’000 Franken.

Diese Unter­stützung ermöglicht es dem Zentrum, erste Aktivitäten mit den Gemeinschaften im Departement Sangha umzusetzen, traditionelles Wissen zu dokumentieren und Bildungsangebote für junge Menschen in Brazzaville zu entwickeln.

Die Pilotphase dient gleichzeitig dazu, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften zu sammeln und ein langfristiges Wirkungskonzept für das Zentrum zu erarbeiten.

Mit dem Projekt wird ein Ansatz unterstützt, der Umweltschutz, Bildung und die Mitbestimmung indigener Gemeinschaften miteinander verbindet. Denn der langfristige Schutz des Kongobeckens kann nur gelingen, wenn die Menschen, die mit und von diesem Ökosystem leben, aktiv daran beteiligt sind.

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