– Krieg in der Ukraine

„One Proposal“: Von der Nothilfe zur Integration

Auch im vierten Jahr des Krieges in der Ukraine bleibt der Bedarf an Unter­stützung immens. Mit dem Projekt «One Proposal» koordiniert der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) gemeinsam mit dem jesuitischen Xavier Network umfassende Hilfsmassnahmen in fünf Ländern: Ukraine, Polen, Rumänien, Ungarn und Slowakei.

Im Jahr 2025 wurden 22’689 Menschen im Rahmen des Projekts direkt begleitet und unterstützt. Seit Beginn des Krieges im Jahr 2022 konnten insgesamt 150’811 Geflüchtete erreicht werden. In diesem Zeitraum wurden 822’948 einzelne Hilfsleistungen erbracht – von Nothilfe über psychosoziale Begleitung bis hin zu Bildungs- und Integrationsangeboten.

Das Projekt verfügte im Jahr 2025 über ein Budget von 1,45 Millionen Franken. Seit Kriegsbeginn beläuft sich der gesamte Mitteleinsatz auf 11,6 Millionen Franken.

Diese Mittel kommen vor allem Frauen, Kindern und älteren Menschen zugute. Viele von ihnen mussten mehrfach fliehen, haben traumatische Erfahrungen gemacht und leben weiterhin in grosser Unsicherheit über ihre Zukunft.

Vom Überleben zum Ankommen

Während zu Beginn des Krieges Notunterkünfte, Lebensmittel und medizinische Versorgung im Vordergrund standen, verlagerte sich 2025 der Schwerpunkt deutlich in Richtung Integration und langfristige Stabilität.

Das Projekt folgt dabei vier Leitlinien:

  1. Willkommen heissen
    Notunterkünfte, Lebensmittel, Hygieneartikel, Winterhilfe und sichere Räume – besonders in der Ukraine unter schwierigsten Bedingungen mit Stromausfällen und Luftangriffen.
  2. Schützen
    Psychosoziale Begleitung, Traumatherapie, rechtliche Beratung und Unter­stützung bei Aufenthaltsfragen. Tausende Kinder und Erwachsene erhielten psychologische Hilfe.
  3. Fördern & Integrieren
    Sprachkurse, Bildungsprogramme, Arbeitsmarktintegration und Gemeinschaftsangebote. Sprache bleibt der Schlüssel zur Selbstständigkeit.
  4. Strukturen stärken
    Ausbau lokaler Partnerschaften, Freiwilligenarbeit und nachhaltiger Integrationszentren.

Länderüberblick 2025

  • Ukraine
    12’120 erreichte Menschen. Neben Nothilfe lag der Fokus auf psychosozialer Begleitung und Schutz besonders vulnerabler Personen. Trotz permanenter Unsicherheit konnte Hilfe flexibel angepasst werden.
  • Rumänien
    6’913 Begünstigte. Starker Schwerpunkt auf Bildung: 2’532 Kinder erhielten Unter­stützung. Flexible Programme kompensierten den Rückzug staatlicher Hilfen.
  • Polen
    1’712 unterstützte Personen. Intensivsprachkurse (526 Absolventinnen und Absolventen) und rechtliche Beratung angesichts neuer Aufenthaltsregelungen.
  • Ungarn
    1’030 Begünstigte. Ausbau von Qualifizierungsmassnahmen, unter anderem Nähkurse zur Förderung wirtschaftlicher Selbstständigkeit.
  • Slowakei
    890 erreichte Menschen. Integration durch Sprachkurse, Rechtsberatung und intensive Jugendarbeit mit 59 engagierten Schüler-Freiwilligen.

Zentrale Herausforderungen

  • Verlängerter Krieg und zunehmende „dauerhafte Verletzlichkeit“
  • Rückgang internationaler Finanzierung
  • Steigende Armut und psychosoziale Belastungen
  • Unsicherheit bei Aufenthalts- und Sozialregelungen

Gleichzeitig zeigen viele Beispiele, dass kontinuierliche Begleitung wirkt: Menschen finden Arbeit, Kinder besuchen reguläre Schulen, ehemalige Geflüchtete engagieren sich selbst als Freiwillige.

Perspektive 2026

Die Arbeit geht weiter: Ausbau von Bildungszentren, stärkere Arbeitsmarktintegration, gezielte Unter­stützung besonders gefährdeter Gruppen sowie neue Projekte zur wirtschaftlichen Stabilisierung.

One Proposal steht für mehr als humanitäre Hilfe. Es ist ein gemeinsames Versprechen: Menschen nicht nur durch die Krise zu begleiten, sondern ihnen Wege in Würde, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen.

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